Charleroi: Die schönste der hässlichen Städte

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Eine Reise durch Charleroi – Belgiens vergessene Industriemetropole

Von Mario Vedder (Text und Fotos)

Hässlich! Bitte, hört auf damit! Diese Stadt ist nicht die hässlichste der Welt, auch wenn irgendeine holländische Zeitung das mal behauptet hat und die ganze Welt das inzwischen nachplappert. Es tut mir leid, aber so schlimm ist es nun wirklich nicht. Klar, Charleroi ist kein idyllisches Postkartenmotiv, kein Instagram-Paradies für Hipster mit zu viel Zeit. Aber dieser Titel ist trotzdem unfair. Natürlich wird er inzwischen fleißig im stadteigenen Marketing eingesetzt. Selbstironie kann schließlich auch eine Stärke sein.

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Also, wo fangen wir an? Bei den Comics? Beim Graffiti? Bei grauen Betonautobahnen, die aussehen wie Bunkerzufahrten nach dem dritten Weltkrieg? Bei den verfallenen Industrieruinen, die besser in einen Mad-Max-Film passen würden als nach Europa? Beim industriellen Niedergang, der diese Stadt überrollt hat wie ein unendlicher Tsunami? Ja, genau da fangen wir an. Mitten im Untergang.

Die Charleroi Industriekultur ist ein faszinierender Blick in eine dunkle Vergangenheit

Charleroi Industriekultur – Faszination zwischen Vergangenheit und Zukunft

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Willkommen im Pays Noir

Wir sind in Charleroi, der drittgrößten Stadt Belgiens, der einstmals blühenden Metropole im Schwarzen Land, dem sogenannten Pays Noir. Ich schlendere langsam über die Rue de la Montagne, sehe Zerfall wohin ich blicke. Monstermaschinen des Bergbaus, längst tot, rosten vor sich hin wie vergessene Dinosaurier. Im Rücken Abraumhalden, Berge aus Dreck und Geschichte. Links eine Bahnüberführung, darunter die Sambre, dieser träge Fluss, der sich durch die Friedhof der Industrielandschaft schleppt wie ein Süchtiger auf Entzug.

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Charleroi liegt in der französischsprachigen Region Wallonien, etwa 60 Kilometer südlich von Brüssel. Die Stadt zählt rund 200.000 Einwohner und ist nach Brüssel und Antwerpen die drittgrößte Stadt Belgiens. Gegründet wurde Charleroi 1666 als spanische Festungsstadt unter König Karl II. von Spanien – daher auch der Name. Die strategische Lage an der Sambre machte den Ort begehrt, die Festung wechselte mehrfach den Besitzer zwischen Spaniern, Franzosen und Österreichern.

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Die Sambre fließt träge durch die Industrielandschaft von Charleroi. Bahnüberführungen und verfallene Stahlwerke prägen das Ufer des Flusses. Foto: Mario Vedder

Als der Himmel rot brannte und die Hölle Überstunden machte

Im 19. Jahrhundert ging’s hier richtig rund. Kohle, Stahl, Chemie – Charleroi wurde zur Industriemaschine, entwickelte sich zu einer der wichtigsten Produktionsstätte der Schwerindustrie. Kohlenstaub legte sich über alles wie eine schwarze Pest, färbte alles schwarz, verwandelte Landschaft, Städte und Menschen zu dunklem Beiwerk industrieller Ausbeutung.

Das Schwarz ist auch heute noch da, klebt an den Ruinen wie eine Erinnerung, die nicht verblasst, liegt wie eine zigfach aufgetragene Maske auf den Ruinen der einst goldenen Industriezeit. Ende, aus, vorbei: In den 1970er Jahren war Schluss mit dem Bergbau – explodierende Arbeitslosigkeit, Zerfall der riesigen Industrieanlagen, massive Flucht der Bevölkerung aus dem einst Arbeit gebenden Charleroi.

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Der Rest liegt vor mir: schwarz, kaputt, mächtig, brutal ehrlich. Und mit einer gewissen Traurigkeit ausgestattet, die auch Seelen hinüber in die Gegenwart trägt. Hier haben Menschen geschuftet, sich Schicht für Schicht in den tiefen Untergrund fahren lassen, um Kohle zu fördern, um den Wohlstand, das wirtschaftliche Wohl einer ganzen Region zu garantieren.

Welche Geschichten sich hier wohl am Förderturm erzählt wurden, welche Dramen spielten sich unter Tage ab, wie lange mussten die Arbeiter anstehen, um ihre mickrigen Lohntüten zu bekommen? Das alles ist heute Geschichte, vergessen, verdrängt, unter Rost begraben und doch Grundlage für eine Reportage, die aus dem Pays Noir nur in Schwarz-Weiß erzählt werden kann.

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Charleroi Industriekultur im Pays Noir. Foto: Mario Vedder

Meine Royal Enfield parkt unter einem Brückenpfeiler, grauer Beton, Graffiti, überall, Zeichnungen deuten in die Vergangenheit, suggerieren Zukunft. Es ist nicht viel los hier, keine Menschenseele weit und breit. Ein paar Autos durchfliegen die gespenstische Stille zwischen Stahlwerk und Wasserturm, riesige Rohre bauen sich einen mächtigen Panzer aus Rost auf, wollen den schlechten Zeiten trotzen. Es ist still hier, unwirklich still, als hätte jemand den Ton abgedreht. Unwirklich, trostlos.

Zeitreise in die Epoche des Feuers

Eine Zeitschleuse hält mich fest, ich fühle mich gefangen, die Beine auf sandigem Boden, den Kopf in der Vergangenheit. Mein Blick folgt den alten Rohren, die Gedanken gehen auf Zeitreise. Vor ungefähr 170 Jahren ging es hier richtig los mit der Erschließung der riesigen Kohlevorkommen unter der Stadt. Die Wirtschaft explodierte quasi innerhalb weniger Jahrzehnte – Kohle, Stahl und Eisen, Chemie, Glas. Alles hier, alles auf einmal. Charleroi und die Region Wallonien waren bis vor dem Ersten Weltkrieg 1914 nach Großbritannien die zweitstärkste Industrienation der Welt. Dieses kleine Stück Belgien versorgte die halbe Welt. Denkt mal drüber nach!

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Ich blicke in die Stadt vor 150 Jahren. Nachts brennt der Himmel rot über Charleroi. Die Hochöfen, Kokereien und Stahlwerke leuchten, immer, ohne Pause. Eine von Menschenhand geschaffene „Hölle“ sah der Schriftsteller Jules Destrée in seiner Heimatregion. Eine Landschaft aus Feuer. Romantisch? Von wegen! Das war die Hölle auf Erden, ohne Feierabend.

Unerträglicher Lärm. Es ist laut, unglaublich laut. Ständig schrillen die Sirenen einer neuen Schicht. Stahlpressen hämmern, Metall auf Metall, das Rattern der Fördertürme. Permanenter Tinnitus der Industrialisierung. Es wurde in drei Schichten gearbeitet, rund um die Uhr, Tag und Nacht. Drei Schichten, 24/7. Die Hochöfen durften nicht ausgehen, zu teuer, zu aufwendig, jahrelang heizten sie in einem durch, ein neues Hochfahren hätte Wochen gedauert.

Die Charleroi Industriekultur erzählt von harter Arbeit und Entbehrungen.

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Charleroi Industriekultur: Verlassene Industrieanlagen im Pays Noir bei Charleroi. Rostige Fördertürme und Abraumhalden zeugen von der goldenen Ära der Schwerindustrie in Wallonien. Foto: Mario Vedder

Bis zu zwölf Stunden am Tag schufteten die Bergleute, sechs Tage die Woche, wenig Lohn und Staublungen inklusive. Die Männer unter Tage, die Frauen oben. Die Luft war dort nicht viel besser. Sie sortierten die Kohle, organisierten den Alltag im Kohlestaub, die Kinder als Laufburschen. Der Lärm, unglaublich, Lokomotiven dampfen, Sirenen zur Schicht, permanente Schläge auf Metall.

Ich spaziere weiter und nehme die Brache auf mit allen Sinnen. Heute herrscht Stille. Die Sirenen schweigen.

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Das ehemalige Stahlwerk Rockerill in Charleroi, heute Kulturzentrum. Die Fassade ist mit Graffiti verziert. Foto: Mario Vedder

Rockerill – Wenn Rost zur Kunstgalerie wird

Rockerill ist so ein Ding. Ein altes Stahlwerk, rostig, braun, schon lange drehen sich hier keine Stahlwalzen mehr. Die Fassade ist zugeballert mit Graffiti, älter schon und auch schon im Zerfall. Ausnahme: ein riesiges Graffiti, das eine Art Wolf oder Mensch oder irgendwas dazwischen zeigt. Die Farbe zeugt vom Leben, was in diesem Industrietoten noch immer – beziehungsweise wieder – steckt.

Die Farben schreien: Hier ist noch Leben. Oder zumindest der verzweifelte Versuch davon. Inzwischen gibt es hier Veranstaltungen, Musik, Feste. Quasi Industriekultur. Wer nun aber so eine Art Zeche Zollverein erwartet, quasi touristenfreundliche Industrieromantik aus dem Ruhrgebiet, wird enttäuscht werden. Denn das hier ist noch immer im Zerfall begriffen, der Kohlenstaub ist echt, die Patina authentisch. Das ist raw, echt, ungefiltert. Verfall ongoing. Zukunft? Offen.

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Auf der anderen Straßenseite starrt mich ein ausgeschlachtetes Auto an, kugelrunde Scheinwerfer wie traurige Augen, angesprüht mit bunter Farbe. Als ob Farbe helfen würde, wenn der Motor tot ist. So geht es nicht voran.

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Ich wandere weiter. Verrostete Rohre, alte Förderbänder, verlassene Stahlwerke am Kanal. Ich steige einige Stufen hinab, nutze eine zugewachsene Unterführung, um auf die andere Seite der Straße zu kommen. Ein einsamer Mensch nutzt den Schutz der vergessenen Infrastruktur hier, um sein Zelt aufzuschlagen. Sein Zuhause und ein verlassenes Werk spiegeln sich im Wasser. Die Wolken grau, Sonnenstrahlen meiden die Kulisse.

UNESCO-Erbe im Dornröschenschlaf

Das hier ist alles UNESCO-Industriekultur. Offiziell? Und in der Praxis? Kaum erschlossen, im schleichenden Tod der 70er Jahre hängengeblieben. Touristisch ist das hier noch nicht wirklich entkernt, noch immer hängen geblieben im Vermächtnis einer einst goldenen Industrieblüte. Das hier ist erlebbarer Zerfall, der Sprung in einen schlechten Film über den industriellen Todeskampf der 70er auf Pause. Das hier ist erlebbarer Verfall, das Vermächtnis einer goldenen Ära, die im Dreck endete. Heute sind viele der kleinen Backsteinhäuschen verrammelt, Müll sucht sich seinen Weg über die Straßen. Trotz Graffiti keine Farbe, keine Hoffnung, keine Zuversicht.

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Und genau das macht das Ganze hier so spannend. Die einen finden es trotzdem hässlich. So what? In jedem Hässlichen findet sich auch etwas Schönes, umgekehrt wohl auch. Warum also nicht danach suchen? Nach dem Schönen, nach den Geschichten von Menschen, von Arbeitern, von einer Industriekultur, die es so nie wieder geben wird?

Die Geschichten aus der Charleroi Industriekultur sind es wert, erzählt zu werden.

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Der Niedergang hatte Folgen. Massive Folgen. Es waren ja nicht nur die Bergleute und Stahlarbeiter, die arbeitslos wurden – was war mit den Fahrern, mit den Trinkhallen, den Brötchenbäckern? Der Niedergang ganzer Regionen zieht sehr viel mehr nach sich als bittere Einzelschicksale. Denkt an das Ruhrgebiet als Beispiel. Wie lange hat die Transformation hier gedauert, ist sie schon abgeschlossen? Was passiert aktuell mit den Standorten der Autobauer in ganz Deutschland? Wählt man in hundert Jahren vielleicht eine deutsche Stadt zur hässlichsten der Welt, weil ganze Autowerke verrotten, verkommen, im Niedergang dem belgischen Charleroi nacheifern? Der Kreislauf des Verfalls kennt keine Nationalität.

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HF4 – Der schlafende Riese

Ich stehe vor HF4. Das Ding ist schon mächtig, und natürlich auch abgeschaltet. HF4 ist ein ehemaliger Hochofen des Carsid-Stahlwerks, eines der letzten großen Wahrzeichen Walloniens. HF4 steht übrigens für Haut Fourneau 4 – Hochofen 4. Ein Monster, ein Gigant, ein Denkmal. Das ist schon eine harte Nummer hier, aber hässlich? Nein, authentisch ist das. Genauso echt wie die Idee, Kanarienvögel mit unter die Erde zu nehmen.

Die gefiederten Lebensretter hatten nämlich ein sehr sensibles Gespür für die tödlichste Gefahr unter Tage: plötzlich austretende giftige Gase, Kohlenmonoxid zum Beispiel, absolut geruchslos und blitzschnell tödlich. Kanarienvögel können dieses Gas durch ihre schnellere Atmung früher aufnehmen, ihr sensibler Stoffwechsel reagiert sehr viel früher als der von Menschen auf Kohlenmonoxid. Nur, so kippen sie auch früher von der Stange.

Für die Bergleute in Gefahr manchmal der entscheidende Vorteil, um ihr Leben zu retten. Im Kohlebergbau wurden Kanarienvögel in England, Nordamerika und auch Deutschland regelmäßig eingesetzt. Für den Bergbau hier in Charleroi gibt es leider keine Quellen, die das auch belegen. Ich stelle mir also einfach vor, dass einige unserer gefiederten Freunde dort unter mir Leben gerettet haben.

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Bois du Cazier – Als 262 Männer in der Hölle verbrannten

Apropos Leben. Tragisch wurde es am 8. August 1956 in Bois du Cazier. 262 Bergleute wurden Opfer eines verheerenden Brandes unter Tage, viele von ihnen Gastarbeiter aus Italien. Ein defekter Förderkorb beschädigte eine elektrische Leitung und eine Ölleitung – das Öl ergoss sich in den Schacht, entzündete sich und verwandelte die Grube in einen Feuerschlund. Die Tragödie erschütterte ganz Europa und sollte nachhaltig die Sicherheitsbedingungen im europäischen Bergbau verbessern.

Nun, Ironie der Geschichte: Es ging sowieso nicht mehr lange. Der Untergang der Industrieregion war längst eingeleitet. Was bleibt, ist authentische Industriekultur, aufgepeppt mit Graffiti, ein charmanter Versuch, Kunst und Kohlenstaub zu vereinen. Das hier ist Geschichte, Lost Place und eine Art Stolpern in die Zukunft – zögerlich, aber mit guten Ansätzen.

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Die Innenstadt – Mehr als man denkt

Genauso fühlt sich übrigens auch der Rest von Charleroi an. Das hier ist keine urige, belgische Kleinstadt mit Waffeln, kleinen Lädchen, Cafés und gepflegter Bierkultur. Die Innenstadt ist überschaubar, es gibt eine Einkaufsstraße inklusive großem Einkaufszentrum, einige Bars und Bäckereien. Und tatsächlich ein Foodfestival im Sommer – einige der lokalen Gastronomen präsentieren sich hier mit ihren kulinarischen Bestsellern.

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Charleroi hat das bedeutsame Musée de la Photographie zu bieten, eines der größten Fotomuseen Europas mit über 80.000 Werken. Ein prächtiges Rathaus thront über der Place Charles II, im Stil der Belle Époque erbaut, mit seinem markanten Belfried – dem Glockenturm, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Und immer wieder bunte Farbe, oft als Graffiti, manchmal aber auch in Form witziger Skulpturen. Comic-Figuren auf den Straßen erinnern daran, dass Belgien die Heimat von Tim und Struppi, den Schlümpfen und Lucky Luke ist – auch Charleroi hat seine eigene Comic-Route.

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Charleroi Industriekultur: Verlassene Industrieanlagen im Pays Noir bei Charleroi. Rostige Fördertürme und Abraumhalden zeugen von der goldenen Ära der Schwerindustrie in Wallonien. Foto: Mario Vedder

Das Schöne im Hässlichen

Am Ende des Tages sitze ich am Place Verte, trinke Bier, futtere mich durch das Foodfestival. Miniburger, Macaroni mit Kalb, Gambas auf Zitronengras. Und das Essen ist richtig gut! Die Stadt lebt, trotz allem. Vielleicht gerade deswegen. Hier wird nicht so getan, als wäre alles perfekt. Hier wird der Wandel nicht versteckt, sondern ausgestellt. Authentizität statt Hochglanz.

Die Charleroi Industriekultur ist nicht nur ein Erbe, auch ein Anreiz zur Neugestaltung.

Charleroi ist nicht hässlich. Charleroi ist ehrlich. Brutal ehrlich. Und das ist in einer Welt voller Instagram-Filter vielleicht das Schönste, was eine Stadt sein kann. Die Geschichten der Menschen, die hier lebten, arbeiteten, litten und hofften, sind in jeder Mauer eingeschrieben, in jedem rostigen Rohr, in jedem stillgelegten Hochofen.

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Charleroi Industriekultur: Verlassene Industrieanlagen im Pays Noir bei Charleroi. Rostige Fördertürme und Abraumhalden zeugen von der goldenen Ära der Schwerindustrie in Wallonien. Foto: Mario Vedder

Wer nur Schönheit im Konventionellen sucht, sollte nach Brügge oder Lüttich fahren. Wer aber Geschichte spüren, Transformation erleben und echte Industriekultur ohne museale Sterilität erfahren will – der ist in Charleroi genau richtig. Das hier ist raw, real, ungeschminkt.

Die hässlichste Stadt der Welt? Von wegen. Vielleicht die ehrlichste.

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Praktische Informationen:

Anreise: Charleroi liegt etwa 60 km südlich von Brüssel und ist mit dem Auto über die E42 oder mit dem Zug gut erreichbar. Der Flughafen Charleroi (Brussels South) wird von zahlreichen Billigfluggesellschaften angeflogen.

Sehenswürdigkeiten:

  • Musée de la Photographie https://www.museephoto.be
  • Bois du Cazier (UNESCO-Welterbe, Bergbaumuseum)
  • Le Bois du Cazier Gedenkstätte
  • Rathaus und Belfried
  • Street Art Route
  • Rockerill (Kulturzentrum im alten Stahlwerk)
  • Wallonien Tourismus:
    https://visitwallonia.be/de-de
    Visit Wallonia – Offizielle deutschsprachige Tourismus-Website der Region Wallonien.Charleroi bei Visit Wallonia:
    https://visitwallonia.be/de-de/content/charleroi
    Spezifische Informationen zu Charleroi auf der offiziellen Wallonien-Tourismus-Seite.

Beste Reisezeit: Mai bis September, wenn auch Open-Air-Veranstaltungen und das Foodfestival stattfinden.

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Charleroi Industriekultur: Verlassene Industrieanlagen im Pays Noir bei Charleroi. Rostige Fördertürme und Abraumhalden zeugen von der goldenen Ära der Schwerindustrie in Wallonien. Foto: Mario Vedder

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